Konzeption

Inhaltsverzeichnis:

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1. Wer wir sind und was wir wollen
2. Grundanliegen
3. Gesetzliche Grundlagen
4. Der Träger und das Team
5. Unser Bild vom Kind
6. Pädagogische Arbeit nach dem Sächsischen Bildungsplan
• 6.1. Leitbild der Erzieherinnen
• 6.2. Umsetzung des sächsischen Bildungsplanes
• 6.3. Eingewöhnung
• 6.4. Beobachtung/Dokumentation
• 6.5. Integration
• 6.6. Vorschule
• 6.7. Tagesablauf/Rituale
7. Elternarbeit
8. Kapazität des Kinderhauses
9. Räumliche Bedingungen
10. Außengelände
11. Verkehrsanbindung

1. Wer wir sind & Was wir wollen

• Wir wollen Kindern Bildung, Wissen und Herzensbildung mit auf den Weg geben. Unsere familiäre Atmosphäre unterstützt dieses Anliegen.
• Wir betreuen auch Kinder, die heilpädagogische Geborgenheit und Zuwendung brauchen.
• Wir sind ein Team von 8 Frauen und arbeiten in drei gemischten Gruppen jeweils zu zweit.
Ganzheitliches Wachstum, soziale und emotionale Entwicklung sind uns wichtig.
• Gemeinschaftliches Spiel nach Regeln, die das Gemeinsame betonen und der ganz persönliche Freiraum im Respekt vor der Besonderheit jedes einzelnen Kindes bestimmen unseren Alltag.
• Friedliche Formen der Konfliktbewältigung sind uns wichtig.
• Wer sein Kind zu uns bringen möchte, muss Mitglied unseres Vereins werden und die Bereitschaft mitbringen, auch im Kindergartenalltag hin und wieder mit Hand anzulegen.
• Wir sind kooperativ und an aufgeschlossenen Eltern sehr interessiert und freuen uns über ihre Ideen und Mitarbeit.

2. Grundanliegen

Die integrative Kinder-Tagesstätte „Kleine Strolche“ ist eine Einrichtung, die sich als eine Initiative bewusst lebender und engagierter Eltern gegründet hat, die allen Kindern ein ganzheitliches Aufwachsen und eine umfassende Entwicklung im geistigen, seelischen und körperlichen Bereich ermöglichen möchte.

Sie versteht sich als Integrations-Einrichtung, die Förderschwerpunkte im Bereich der sozialen und emotionalen Entwicklung setzt, um behinderten oder von Behinderung bedrohten Kindern, aber auch Kindern aus anderen Kulturkreisen ein gemeinschaftliches gleichberechtigtes Zusammenleben mit allen Kindern zu ermöglichen. Den Kindern bietet die Einrichtung eine Atmosphäre der Toleranz, der gegenseitigen Unterstützung und Wertschätzung sowie eine kontinuierliche Förderung im kreativ-spielerischen Bereich.

Unser Kinderhaus nimmt Kinder im Alter ab 1,5 Jahren und begleitet sie in ihrer umfassenden Entwicklung bis ins beginnende Schulalter. Zur Vorbereitung auf die Einschulung findet im letzten Kindergartenjahr eine kontinuierliche Vorschularbeit statt, die die Kinder behutsam auf ihre neue Lebenssituation einstimmt, um einen fließenden Übergang in ihren neuen Lebensabschnitt zu gewährleisten.

Besondere Aufmerksamkeit wird im gesamten Tagesablauf auf das Entstehen und Wachsen sozialer Kommunikationsfähigkeit gelegt. Um dies zu erreichen, wird neben der täglichen gemeinschaftlichen Gruppenarbeit eine möglichst umfassende Förderung und Begleitung jedes Kindes, entsprechend seinem jeweiligen Entwicklungsstand angestrebt, um dessen Potential an Kreativität, sprachlicher Entwicklung sowie körperlicher Ausdrucksfähigkeit im ganzheitlichen Prozess zu entfalten. Die Einrichtung orientiert sich in Anlehnung des sächsischen Bildungsplanes sowie an Hinweisen und Erkenntnissen aus der führenden Fachliteratur.

Das Grundanliegen dieser integrativen Einrichtung ist eine Sensibilisierung für das gemeinschaftliche Leben in gegenseitiger Wertschätzung innerhalb sozialer Regeln. Unser Ziel ist es, gemeinschaftlich zu handeln, Konflikte friedlich zu lösen, der Natur in Akzeptanz und Wertschätzung zu begegnen, um sie den kommenden Generationen zu erhalten. Mit dieser Einstellung tragen wir dazu bei, dass sich soziale Qualitäten in den Kindern entwickeln können.

3. Gesetzliche Grundlagen

Die integrative Kinder-Tagesstätte „Kinderhaus Kleine Strolche“ wird vom gemeinnützigen und als Träger der freien Jugendhilfe anerkannten Verein „Kinderhaus Kleine Strolche“ e.V. betrieben. Sie untersteht den Gesetzlichkeiten für den Freistaat Sachsen und wird von der Landeshauptstadt Dresden finanziell unterstützt und arbeitsorganisatorisch beraten.

Das besondere Anliegen dieser Einrichtung ist eine Verbindung von ganzheitlicher Förderung von Regelkindern (orientiert am Sächsischen Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen – Gesetz über Kindertageseinrichtungen – SächsKitaG – vom 27. November 2001 – insbesondere § 2 Aufgaben und Ziele) und der speziellen, ebenfalls ganzheitlichen Förderung von Integrationskindern sowie deren Zusammenwachsen im täglichen Miteinander.

Das vorliegende Konzept der integrativen Kinder-Tagesstätte „Kinderhaus Kleine Strolche“ richtet sich ebenfalls nach der „Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales zur Integration von behinderten und von Behinderung bedrohten Kindern in Tageseinrichtungen“ (Sächsische Integrationsverordnung – SächsIntegrVO) vom 13.12.2002.

4. Der Träger und das pädagogische Team

Träger der Integrativen Kindertages-Einrichtung ist der „Kinderhaus Kleine Strolche“ e.V. Dieser Verein arbeitet nach der beiliegenden Satzung, gültig ab 26. Februar 2003, aus der die folgenden Abschnitte zitiert sind:

„Zweck des Vereins ist die theoretische und praktische Förderung von Bildung und Erziehung. Er nimmt die im Grundgesetz Art. 6 Abs. 2 festgeschriebenen Rechte selbst bestimmt und selbst organisiert als Elterninitiative wahr und unterstützt in diesem Sinne das Kinder- und Jugendhilfegesetz, insbesondere § 22 und § 25.

Der Satzungszweck wird insbesondere verwirklicht durch den Aufbau und Betrieb einer integrativen Tageseinrichtung für Kinder. …

… Der Verein soll vorrangig durch die Erziehungsberechtigten der betreuten Kinder getragen werden. …

… Die Mitgliedschaft im Verein ist Voraussetzung für den Abschluss eines Betreuungsvertrages in der Kindertageseinrichtung. …“

Das pädagogische Team besteht aus 8 Kolleginnen. Es wird geführt von einer Leiterin. In kollegialer Beratung und Zusammenarbeit wird die organisatorische und pädagogische Arbeit im Kinderhaus gewährleistet. Die breit gefächerte Ausbildung und langjährige Praxiserfahrungen geben einen kreativen und fachlich kompetenten Boden für die gemeinsame Arbeit. Individuelle Fertigkeiten und Kenntnisse fließen zum Nutzen aller Kinder ineinander und bereichern die Teamarbeit. Neben der grundlegenden Ausbildung zur Erzieherin verfügt das Team über eine Heilerziehungspflegerin, die sich insbesondere der Betreuung und Förderung unserer Integrationskinder widmet. Jeweils zwei Kolleginnen arbeiten gemeinsam in einer der drei altersgemischten Kindergruppen.

Die anfallenden Aufgaben, die zur Organisation des Kinderhauses notwendig sind, werden gemeinsam im Team geplant, besprochen und untereinander aufgeteilt. Jede Kollegin hat einen eigenen konkreten Aufgabenbereich und informiert in den wöchentlichen Besprechungen das Team über aktuelle Begebenheiten in ihrem Zuständigkeitsbereich. Der Kontakt und Informationsaustausch zum Vorstand des Vereins ist kontinuierlich. Der Vorstand des Vereins trifft sich wöchentlich zur Besprechung der aktuellen Situation. Jeweils eine unserer Kolleginnen nimmt daran teil, um als Bindeglied zwischen Vorstand und Team die Belange des Kinderhauses zu vertreten.

5. Unser Bild vom Kind

Das Kind ist eine wissbegierige, kompetente und eigenständige Persönlichkeit. Es ist Akteur seiner selbst, selbstbestimmend, erforschend, aktiv und gestaltend. Jedes Kind ist einmalig und besonders, bestimmt Lerntempo und Reihenfolge. Es steht im Mittelpunkt mit seinen Interessen, Neigungen und Fähigkeiten, die Welt zu entdecken und zu erobern. Es hat ein Recht auf Mitsprache und freie Meinungsäußerung – ist ein kleiner Partner in einer großen Welt.

So haben wir es mit 52 Individualitäten zu tun, die alle an einem ganz bestimmten Punkt ihrer Entwicklung stehen, die in ein ganz eigenes, spezifisches Familiensystem eingebunden sind und dort einen einzigartigen Platz einnehmen. Jedes Kind soll sich zu seinem eigenen Besten und möglichst zum Wohle aller in der Gemeinschaft entfalten und entwickeln. Hierzu wollen wir beitragen, die Besonderheit in jedem Kind zu fördern und zu respektieren. Kinder lernen im aktiven Handeln.

Die ersten drei Lebensjahre enthalten spezifische Entwicklungsstufen, die prägend sind für den gesamten späteren Charakter. Sie benötigen viel Aufmerksamkeit, Fürsorge und Fingerspitzengefühl. In einer sie schützenden und begleitenden Umgebung finden sie die Bedingungen, die ihnen den nötigen Freiraum zum Wachsen anbietet, ihnen aber auch Grenzen setzt und damit Sicherheit und Schutz bietet.

Ein Kind, das keine Grenzen kennen lernt, hat die allergrößten Schwierigkeiten, sich im Leben wirklich zu integrieren und sich in seine Stärken und Fähigkeiten einzubringen. Ein Kind, das in seinen Handlungen nicht in seiner natürlichen Aggressivität gelenkt und korrigiert wird, lernt keine Konfliktbewältigungsstrukturen, die ihm tatsächlich helfen könnten, mit Konflikten zu leben.

6. Pädagogische Arbeit nach dem sächsischen Bildungsplan

Kinder brauchen im Lebens- und Erfahrungsraum Kindertagesstätte eine anregungsreiche, positive Atmosphäre, Anleitung zur friedlichen Konfliktlösung, Hinführen zur Akzeptanz von Regeln, ohne die die Gemeinschaft nicht funktionieren kann.

Emotionale Zuwendung und das Gefühl von Geborgenheit. seiner Entwicklungsstufe, sozialen Fähigkeiten und Umgangsformen oder körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten ganz spezifisch abgestimmte Entwicklungsmöglichkeiten Auseinandersetzung mit der Geschlechtlichkeit (Mädchen/Jungen)

Unser Kinderhaus bietet den Raum, den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Hier finden sie einen Platz, um zu entdecken, zu forschen und auszuprobieren.

6.1. Leitbild der Erzieherinnen

Unser Motto: Starke Flügel wachsen nur im warmen Nest

Wir sehen uns als:

Alltagsbegleiter, Unterstützer, Vorbild, tolerant, geduldig, konsequent, humorvoll, kreativ, natürlich

Wir sind:

Erziehungspartner, Vertrauensperson, teamfähig, gebildet und bilden uns weiter, beobachten, dokumentieren, reflektieren

Was wäre, wenn es uns nicht gäbe? Die Welt wäre ärmer um einen Ort, an dem Kinder behütet, friedlich und geborgen aufwachsen können.

Unser Verständnis der Kita-Arbeit orientiert sich am Bildungs- und Erziehungsauftrag des Kita-Gesetzes. Es ist grundlegend erziehungsergänzend, im Bemühen, Bedürfnisse des Kindes und Ansprüche der Eltern gleichermaßen zu berücksichtigen. Es geht über den Situationsansatz hinaus, schließt spielpädagogische und entwicklungsfördernde Elemente konzeptionell ein, hat den Anspruch auf Bildung, Erziehung, Förderung und Betreuung. Die Entwicklung elementarer Fähigkeiten bei den Kindern je nach Entwicklungsstufe, orientiert sich an den Normen. Es nimmt jedoch Rücksicht auf die individuellen konkreten Befindlichkeiten und misst die Erfolge an dem Zuwachs der Fertigkeiten des Kindes.

6.2. Umsetzung des sächsischen Bildungsplanes

• Soziale Bildung

Die Soziale Bildung besteht aus sozialen Beziehungen zwischen Kind – Kind, Kind – Erzieherin, Eltern- Kind, Eltern – Erzieherin, sowie externe Fachkräfte. Die Erzieher schaffen die entsprechenden Rahmenbedingungen.

– Regeln im Kindergarten erlernen, Gemeinschaftsgefühl, Demokratie entwickeln
– Konfliktfähigkeit entwickeln
– Gemeinsame Entscheidungen treffen, Mitspracherecht, für einander einstehen, einander achten
– gewaltfreie Atmosphäre, Konflikte friedlich lösen, Umsetzen eigener Bedürfnisse in Rücksicht auf andere, Kennen lernen anderer Völker und Gepflogenheiten
– Erleben und Leben von Akzeptanz und Toleranz, gegenseitige Rücksichtnahme und Hilfe
– Vermittlung anhand von Architektur, Kunst, Geschichten, Lieder, jahreszeitliche Feste, Rituale, feste Regeln, Besuche derBibliothek, Polizei, Durchführung von Elternabenden, Elterngesprächen

• Somatische Bildung

Wohlfühlen im eigenen Körper, psychisches Wohlbefinden im Hinblick auf die Anforderungen, die die Umwelt an das Kind stellt und als soziales Wohlergehen in soziale Beziehungen auf die Lebenslage des Kindes

– Gesunde Ernährung, gesundheitsfördernde Esskultur, Körperpflege und Hygiene – zur gesunden Entwicklung
– Bewegung, Körperbewusstsein, Selbsterfahrung und Wahrnehmung – Bewegungsräume schaffen, interessante und ansprechende Raumgestaltung
– Stärkung des schöpferischen Potentials, um Kinder stark zu machen, gesundes Selbstwertgefühl und eine Verbindung zu ihren eigenen schöpferischen Quellen, Talenten, Begabungen zu erhalten bzw. wachzurufen und zu entwickeln
– Persönlichkeitsentwicklung von Jungen und Mädchen – Erhaltung und Förderung der Gesundheit
– Zuwendung, Wohlbefinden, eigenen Körper und Bedürfnisse kennen lernen
– Förderung einer positiven Lebenshaltung als Vertrauen in sich und der Welt
– Wechsel zwischen An- und Entspannung

• Mathematische Bildung

Von den Alltagssituationen der Kinder ausgehend, soll die abstrakte Welt der Mathematik, Naturwissenschaft und Sprache als „Sinnlich erfahrbares Land“ gestaltet werden.

– Aufräumen, Sortieren, Ordnen (Spielzeug, Bausteine, Materialien)
– Muster abzeichnen und vergleichen,
– Grundformen erkennen, Größen vergleichen, Abzählen von Stiften, Autos, Steinen usw.
– Zahlenverständnis – Brett- und Würfelspiele, Ziffernblatt der Uhr, Wochentage, Monate, Jahreszeiten
– Mengenverständnis im Alltag – Obst abwiegen, Gegenstände, Materialien vergleichen, beschreiben, anfassen
– Mandalas, Mosaiken gestalten, ausmalen – Erkennen von regelmäßigen und unregelmäßigen Mustern
– Puzzeln, Memory, Minikugelspiel spielen – Entwicklung von Eindimensionalität zur Mehrdimensionalität

• Kommunikative Bildung

Kommunikative Bildung – die Fähigkeit sich mitteilen, ausdrücken, andere zu hören um sie verstehen, Botschaften senden, Symbole entschlüsseln mit Hilfe der Sprache und nonverbalen Kommunikation

– Körpersprache- über Mimik und Gestik, Stimmungen und Gefühle ausdrücken und verstehen
– Morgenkreis, Erzählen vom Wochenende, Tischgespräche, Dialoge, Rollenspiele – Kinder sind aktive Gesprächspartner
– Vorlesen von Geschichten, Anschauen von Bilderbüchern
– Gemeinsames Gestalten, Exkursionen
– Buchstaben, Wörter, Symbole aufgreifen und als Gestaltungsmaterial einsetzen -Schreiben des Namens

• Ästhetische Bildung

Die Kinder entdecken und erforschen mit allen Sinnen – fühlen, sehen, hören, riechen und schmecken.

– gemeinsames Backen und Verkosten
– Puppenspiele, Rollenspiele – sich verkleiden
– Natur und Kunst kennen lernen
– Kinder haben freien Zugang zu verschiedenen Materialien zum Gestalten, Basteln, Malen, Ausprobieren
– Handarbeit, Werken, Bauen
– Musikalischen Angebote – gemeinsames Singen, neue Lieder kennen lernen, Musikinstrumente einsetzen, Bewegung nach Musik und Tänze
– Spielpädagogischer Ansatz der Kooperation, Märchen
– Märchen als Bilder der kindlichen Wahrnehmungswelt einsetzen

• Naturwissenschaftliche Bildung

Die kindliche Neugierde auf die natürliche Umgebung ist die entscheidende Grundvoraussetzung für das Lernen und Begreifen der naturwissenschaftlichen Gesetze. Die Kinder fühlen sich von den Elementen aus der Natur besonders angezogen: Sonne, Wasser, Schnee, Regen und Matsch ziehen sie nahezu magnetisch an. Wir nutzen diese Faszination aus, indem wir den Kindern unserer Einrichtung Wissen durch naturwissenschaftliche Experimente vermitteln.

– Umwelt wahrnehmen und begreifen
– Weltkarte, Globus, Bücher, Lupen, Mülltrennung, Umgang mit Wasser und Strom
– Tiere, Pflanzen kennen lernen – Spaziergänge zu den Elbwiesen, spielen und entdecken im Garten, Kräuterspirale, Bäume, Johannisbeeren
– Floristische Aktivitäten, Säen, Pflegen, beim Wachsen zuschauen, Bedingungen für Wachstum beachten lernen – als Sinnbild zum Umgang mit Natur und Leben
– Experimente, Exkursionen durchführen

6.3. Eingewöhnung

Hinweise zur Eingewöhnung

Ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist die Eingewöhnung. Sie soll den Kindern einen sanften Einstieg in die Kindergruppe ermöglichen und damit den Trennungsschmerz der Kinder auffangen.

In einem intensiven Gespräch mit den Eltern sammelt die Bezugserzieherin Informationen über den Tagesrhythmus und Erfahrungen des Kindes zu Hause, sowie über besondere Vorlieben und Abneigungen des Kindes. Die Eltern lernen das Kinderhaus kennen und erhalten die Eingewöhnungsmappe mit allen wichtigen Informationen.

In der allmählichen und moderierten Eingewöhnung erlebt die Bezugserzieherin die Eltern in der Interaktion mit ihrem Kind. Sie beobachtet Eltern und Kind, begleitet durch intensive Gespräche. Die Eltern bleiben mit ihrem Kind höchstens ein bis zwei Stunden in der Einrichtung. Das Kind soll sich langsam an die kleinen und großen Menschen, Geräusche, Gerüche und Räumlichkeiten gewöhnen. Während der ganzen Eingewöhnungszeit, die ca. 4 Wochen umfasst, werden Eltern und Kind kontinuierlich von der Bezugserzieherin begleitet. Sie stellt einen engen Bezug zu Eltern und Kind her. Jede Phase der Eingewöhnung wird mit den Eltern besprochen, und alle Aktionen des Kindes werden erklärt und erläutert.

Das Kind wird in eine Position versetzt, in welcher es seinem natürlichen Interesse an anderen Kindern und vorhandenen Spielzeugen durch Kontaktaufnahme und Exploration nachkommen kann. Die Kindergruppe und Spielzeuge können als Gegengewicht zu den Angst auslösenden Momenten wirken, indem sie das Kind dazu bewegen, sich vom Elternteil zu lösen und neu zu orientieren. Für die Entwicklung von Vertrauen ist es wichtig, dass das Kind die Freiheit hat, sich von den Eltern zu lösen und jederzeit zu ihnen zurückzukehren.

Das Kind wird durch eine sanfte Eingewöhnung psychisch stabilisiert, bis es die tägliche Trennung von den Eltern akzeptieren und den Tag in der Kindergruppe positiv erleben kann.

6.4. Beobachtung/Dokumentation/Entwicklungsgespräch

Beobachtungen ermöglichen dem Erzieherteam in bestimmten Zeitabschnitten die Entwicklung jedes Kindes zu erfassen und Beeinträchtigungen im Entwicklungsverlauf zu erkennen. Eine regelmäßig durchgeführte und dokumentierte Beobachtung der Kinder sichert unsere pädagogische Qualität. So können wir auf Stärken und Schwächen des Kindes angemessen reagieren und individuelle Perspektiven und Förderungen für jedes Kind entwickeln.

Die Dokumentation erfolgt auf einem Entwicklungs- und Beobachtungsbogen und dient uns als Basis für ein fundiertes Entwicklungsgespräch mit den Eltern des Kindes. (einmal jährlich)

Es findet ein Austausch unserer Beobachtungen und der elterlichen Beobachtungen statt – wie sich das Kind entwickelt hat. (Entwicklungsstand, Fortschritte, Rückschritte, Ursachen etc.) Mit der Zielstellung, wie das Kind in Zukunft (bis zum nächsten Entwicklungsgespräch) von den Eltern und der Einrichtung in seiner Entwicklung unterstützt werden kann.

6.5. Integrationsarbeit

Wir sehen es als gesamtgesellschaftliches Anliegen an, Kinder mit Behinderungen und Kinder mit erhöhtem Förderbedarf nicht aus der Gemeinschaft auszugrenzen, sondern zu integrieren. Unser Ziel ist das Erleben einer einzigen großen Gemeinschaft, in der viele unterschiedliche Ausdrucksformen und Entwicklungsstufen gleichberechtigt miteinander Platz haben. Wo die Kinder sich wohlfühlen werden Werte, wie Verantwortlichkeit, Wahrnehmung und Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse und die der anderen entwickelt.

Unsere Heilerziehungspflegerin widmet sich mit persönlichen Förderplänen, Elternberatungen, Einzelbetreuungsphasen sowie der individuellen Begleitung in Gruppenprozessen unseren Integrativkindern.

Die Förderung ist entwicklungsgerecht und ganzheitlich. Die Kinder erwerben sozial-emotionale Kompetenzen, entfalten und bauen eigene Fähigkeiten im Bereich der sprachlichen, geistigen und körperlichen Entwicklung auf.

Das Ziel ist es, jedes Kind in seiner Einzigartigkeit zu begleiten und ihm die benötigten Hilfen zu geben, sich in die Gemeinschaft zu integrieren, indem es sich dort mit seinen Stärken, Schwächen und Eigenarten akzeptiert fühlt und einbringen kann.

6.6. Vorschularbeit

Um die Fähigkeiten, die ein Kind für die Schule benötigt, Schritt für Schritt aufzubauen, brauchen die Kinder unsere Unterstützung. Eine intensive Schulvorbereitung findet in Kooperation mit der 77. Grundschule in Stetzsch statt und beginnt im letzten Kindergartenjahr. Ziel ist es, den Kindern den Wechsel vom Kindergarten in die Grundschule zu erleichtern.

Die einrichtungsbeszogene Vorschularbeit findet ein bis zweimal wöchentlich statt. Im Vordergrund stehen Experimente mit Farben, Formen, das Matheland sowie der Erwerb lernmethodischer Kompetenzen. Zu wissen, wie man lernt, wo man sich Wissen herholen kann, welche Schritte bzw. Wege gegangen werden müssen, bevor ein Ergebnis erreicht ist, Mut und Kreativität in der Fragestellung zu besitzen sind Kompetenzen, die auf ein lebenslanges Lernen vorbereiten. Der Kompetenzerwerb von grundlegenden Fähigkeiten, wie die Ausdauer, Konzentration, Zahlen und Mengenerfassung, Graphomotorik (Schreibbewegungen), Buchstaben erkennen, Verkehrssicherheit, findet in der täglichen Arbeit, in Angeboten, im Freispiel, gemäß dem Bildungsaufträgen statt.

Mit den Kindern werden Exkursionen und Ausflüge, wie Bibliotheksbesuche und eine Stadtführung unternommen. Die Vorschularbeit endet mit dem Zuckertütenfest.

6.7. Tagesablauf/Rituale

Unsere Aufgabe ist es, den Kindern durch tägliche Rituale eine gewisse Stabilität und Kontinuität im Tagesablauf zu geben. So wird das Gefühl von Sicherheit und Überschaubarkeit der Abläufe für das Kind erfahrbar.

Der kontinuierliche Tagesablauf und die Abstimmung der Gruppenarbeit untereinander sind fließend. Die Zuständigkeit für die Betreuung der Kinder ist Gruppen übergreifend, ebenso die Organisation von kulturellen Veranstaltungen.

Gleichzeitig achten wir auf ein Gleichgewicht zwischen freiem Spiel, dem Hauptfeld der kindlichen Lernerfahrung und den gelenkten Angeboten zum Erwerb möglichst umfassender Kenntnisse und Fertigkeiten auf allen Gebieten der Selbstbetätigung und dem sozialen Umfeld, der Natur und ihrer Rhythmen.

Unser Ziel ist es, den Kindern bis zum Vorschulalter eine zunehmende Selbständigkeit im Essen, An- und Auskleiden, der Selbsthygiene, den Umgangsformen und einer gewissen Bildung, auch Herzensbildung zu vermitteln, mit der sie den Anforderungen, die sie mit dem Schulalter erwartet, gerecht werden können.

Das Kinderhaus teilt sich in drei Gruppen, die kleinen Spatzen- im Erdgeschoss, die Marienkäfer- in der Mitte und die Tausendfüßler- im Dachgeschoss. Jede Gruppe hat zwei Kolleginnen als feste Bezugspersonen. Morgenkreis, Frühstück und individuelle Gruppenarbeit finden in familiärer Atmosphäre in den eigenen Gruppen statt. Im freien Spiel steht es den Kindern der Marienkäfer und Tausendfüßler frei, sich die Gruppe zu wählen, in der sie spielen oder sein möchten. Ein Experimentierzimmer, mehrere Spielzimmer, ein Leisezimmer wie auch eine Treppenbude kann von den Kindern aus den Kindergartengruppen frei besucht werden.

Einmal wöchentlich findet in altersgemischten Kleingruppen eine musikalische Früherziehung statt. Eine Logopädin kommt ebenfalls einmal wöchentlich ins Haus, um mit Kindern, nach Vorlage eines ärztlichen Rezeptes, einzeln zu arbeiten.

Die Zeit der Mittagsruhe verbringen die Kinder in den jeweiligen Gruppen.

Strukturierter Tagesablauf

Uhrzeit Was wir machen Worum wir Sie bitten
7.00 bis 7.55 freies Spiel am Morgen mit allen ankommenden Kindern aus allen Gruppen im unteren Gruppenraum Bringen Sie ihr Kind bitte in den Gruppenraum und übergeben Sie es persönlich der Erzieherin.
8.00 bis 8.30 gemeinsames Frühstück Bringen Sie bitte ihr Kind bis spätestens 7.55 Uhr! Respektieren Sie unseren morgendlichen Rahmen der gemeinsamen Gemütlichkeit ohne Störung.
8.30 bis 9.00 freies Spiel in der Gruppe Ermöglichen Sie ihr Kind die Teilnahme. Kinder die häufig diese Zeit verpassen, haben es schwer in der Gruppe Fuß zu fassen.
9.00 bis 10.30 Morgenkreis, Angebote, Gespräche, Tänze, Spiele – mindestens 20 Minuten in der großen Gruppe, dann Kleingruppenarbeit (Apfel-/Sonnenkinder) – Trinken Möglichst nicht unterbrechen
9.30 bis 10.30 Spiel im Freien, (oder Angebot) – wenn es nicht im Strömen gießt, sind wir bei Wind und Wetter draußen Bitte Matschhose, Regensachen, Gummistiefel und ausreichend Wechselsachen mitgeben
10.30 bis 10.50 Spatzen 11.00 bis 11.30 Marienkäfer, Tausendsfüßler Essensvorbereitungen, Hände waschen, Betten und Schlafsachen hinlegen, kleines gemeinsames Spiel oder Tanz, zwei Kinder decken den Tisch für alle
10.55 bis 11.20 Spatzen 11.30 bis 12.10 Marienkäfer, Tausendfüßler Mittagessen im Essenraum
11.20 bis 11.55 Spatzen 12.10 bis 12.45 Marienkäfer, Tausendfüßler Vorbereitungen zum Mittagsschlaf, Händewaschen, Zähneputzen, Ausziehen, Bücher anschauen. Den Vormittag gemeinsam Revue passieren lassen, Schlafrituale- Geschichte, kleines Lieds Mittagskinder nach dem Essen bitte bis 11.55 Uhr abholen (günstig ist gegen 12.30 Uhr nach dem Zähneputzen)
12.00 bis 14.00 Spatzen 12.45 bis 14.00 Mareinkäfer, Tausendfüßler Mittagsruhe Bitte bringen Sie ein kleines Kissen, Spannbettlaken, Bettbezug sowie Schlafsachen mit!!!
14.00 bis 14.30 Aufstehen, Anziehen, Betten wegräumen, Geschirr hinstellen
14.30 bis 15.00 Gemeinsames Vesper in gemütlicher, entspannter Atmosphäre
15.00 bis 15.30 Nachmittagsrunde, freies Spiel oder gemeinsames Spiel, Erzählen
15.30 bis 17.00 Spiel im Freien bis zum Abholen Bitte veranlassen Sie ihr Kind, sich von uns persönlich zu verabschieden.

7. Elternarbeit

Die Elternarbeit ist ein fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Wir haben den Anspruch eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, so dass die Eltern ihre Kinder mit einem guten Gefühl zu uns bringen. Wir sind interessiert an Gesprächen, in denen wir uns gemeinsam Gedanken über die Dinge und Notwendigkeiten machen, die dem jeweiligen Kind zu gute kommen sollen. Einmal jährlich findet ein Elternabend und für jedes Kind, mit den Eltern ein Entwicklungsgespräch statt.

Wir wünschen uns einen dichten und tragfähigen Kontakt zu den Eltern, ohne jedoch in ihre persönliche familiäre Situation eingreifen zu wollen.

Die Eltern haben die Pflicht sich in Arbeitskreisen zusammen zu finden. Hier übernehmen sie eigenverantwortlich Aufgaben, wie jahresbezogene Feste, die Chronik des Kinderhauses, Gartenarbeiten.

Im Rahmen der Vereinsarbeit leisten sie Vereinsstunden und beteiligen sich rege an Putz- und Umgestaltungsarbeiten.

8. Kapazität des Kinderhauses

Das Kinderhaus hat insgesamt 52 Plätze zur Verfügung. Von diesen 52 Plätzen sind drei für Integrationskinder vorgesehen. Das Kinderhaus ist ausgerichtet auf die Arbeit in drei gemischten Gruppen, von denen in zwei Gruppen Kinder im Alter etwa von 3-6 Jahren und in einer Gruppe Kinder im Alter ab 1,5 bis zum Gruppenwechsel betreut werden.

9. Räumliche Bedingungen

Das Kinderhaus ist ein rekonstruiertes Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert. Durch die Beibehaltung der Fachwerkstruktur und der behutsame Modernisierung wurde eine Atmosphäre von Behaglichkeit, besonderem Stil und historischer Schönheit geschaffen.

Es hat auf drei Etagen jeweils einen vollständig separaten Gruppenbereich mit Waschgelegenheiten, sanitärer Ausstattung, Garderoben und viele zusätzliche, zumeist kleinere Räume oder Nischen.

Es gibt ein Therapie/Spielzimmer, eine Holzwerkstatt, ein Experimentierzimmer, ein Leisezimmer, eine Treppenbude und einen Speiseraum. Der Speiseraum wird auch als Multifunktionsraum für Aktionen oder Veranstaltungen mit allen Kindern genutzt.

Das Gebäude ist unterkellert und bietet ausreichend Stauraum zur Unterbringung von augenblicklich nicht benötigtem Spielmaterial.

Das Gebäude ist sehr sorgsam innenarchitektonisch durchdacht ausgestattet und bietet durch Komposition von Farben und Materialien einen ästhetisch hochwertigen Lebens- und Erfahrungsraum für die dort betreuten Kinder. Die integrierten Holzbalken betonen die Naturbelassenheit und den Anspruch auf umweltbewusste Orientierung, was den konzeptionellen Ansprüchen ein passendes Äußeres gibt. In diesem Gebäude werden bereits durch die architektonische Gestaltung und Ausgestaltung Qualitäten und Maßstäbe vermittelt, die nicht alltäglich sind, aber zu einer hohen Lebensqualität beitragen.

Unser Kinderhaus liegt in einem alten Ortskern, nur wenige Schritte von den Elbwiesen entfernt, die zum Fluss führen. In sichtbarer Nähe befindet sich die Gohliser Mühle, ein weiteres historisches Bauwerk. Den Kindern werden hier Lebensräume eröffnet, die ihrem Entdecker- und Bewegungsdrang sehr entgegen kommen und die sich ausgezeichnet zur Vermittlung von natürlicher Umwelt und Lebensräume von Tieren, Pflanzen, Bäume und deren Schutz eignen und in unsere Arbeit sehr gerne integriert werden.

10. Außengelände

Direkt zum Haus gehört ein Außengelände mit Bäumen, einem Weidentippi, einer Rutsche, einem Sandkasten und einem kleinen Erlebnishügel. Rasenflächen und Nischen bieten genügend Spiel-Raum für Phantasie-Reisen. Der Plattenweg wird zum Fahren verschiedene Fahrzeuge gern genutzt. Das Gelände ist ringsum mit einem Gartenzaun zum Schutz der Kinder versehen und bietet sichere und geschützte Erfahrungsfelder.

11. Verkehrsanbindung

Bis Postplatz, dann weiter mit Bus 94, Haltestelle Am Urnenfeld, 10 min zu Fuß oder Straßenbahn Linie 1 bis Flügelwegbrücke, weiter mit Bus 94, s.o. Mit Pkw B6 Richtung Meißen, nach Autobahnabfahrt rechts in G Merbitz-Str. geradezu über Kreuzung Flensburger Str.